Aktualisiert am 18. August 2026
KI-Kennzeichnung in Google Ads: was seit Juli 2026 gilt
Stand: 18. August 2026
Seit Juli 2026 hat Google eigene Anforderungen an die Kennzeichnung KI-generierter Werbemittel. Sie kommen zusätzlich zum EU AI Act, nicht statt seiner, und sie sind schneller da als viele Werbekonten. Dieser Beitrag erklärt, was Google konkret verlangt, was die neue Einstellung automatisch erledigt, wo du selbst ran musst, und wie ein Workflow aussieht, der beides zugleich erfüllt: die Plattformregel und die gesetzliche Pflicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Seit der Woche vom 13. Juli 2026 rollt Google eine Einstellung zur KI-Kennzeichnung aus, in Google Ads, Display & Video 360, Campaign Manager 360, Merchant Center und im Ads Editor.
- Werbetreibende können Labels direkt ins Creative legen, als Text oder als sichtbares Element, oder die Einstellung nutzen.
- Automatisch passiert das nur bei Googles eigenen KI-Werkzeugen. Für extern erzeugte KI-Inhalte musst du die Angabe selbst machen.
- Google sagt ausdrücklich: Die Nutzung der Einstellung garantiert keine Rechtskonformität. Die Pflicht aus Art. 50 EU AI Act, in Kraft seit dem 2. August 2026, bleibt deine.
- Der sichere Weg ist, das sichtbare EU-Icon vor dem Upload ins Creative zu rendern und die maschinenlesbare Markierung mitzugeben. Dann trägt die Datei ihre Kennzeichnung überall, unabhängig von Kanal und Plattformeinstellung.
Inhalt
- Was Google seit Juli 2026 verlangt
- Automatisch oder selbst deklarieren
- Warum die Einstellung die Rechtspflicht nicht ersetzt
- Workflow für Performance-Teams
- Häufige Fragen
Was Google seit Juli 2026 verlangt
Google begründet die Neuerung mit den Transparenzregeln in der EU, in Indien und im Bundesstaat New York: Anzeigen mit bestimmten KI-generierten oder KI-bearbeiteten Elementen müssen einen Hinweis tragen, der Verbraucherinnen und Verbraucher darüber informiert.
Praktisch heißt das zweierlei. Erstens können Werbetreibende ein Label als Text oder als sichtbares Element direkt in Bild- und Video-Creatives legen. Zweitens gibt es eine Einstellung zur KI-Kennzeichnung, die seit der Woche vom 13. Juli 2026 schrittweise in Google Ads, Display & Video 360, Campaign Manager 360, Merchant Center und im Ads Editor erscheint.
Meta ist einen ähnlichen Weg gegangen. Wenn dein Team über mehrere Kanäle ausspielt, lohnt sich der Blick auf KI-Werbung bei Meta und Instagram.
Automatisch oder selbst deklarieren
Die Unterscheidung ist der Punkt, an dem in der Praxis die meisten Lücken entstehen:
- Assets aus Googles eigenen KI-Werkzeugen können automatisch ein Label bekommen. Darum musst du dich wenig kümmern.
- Extern erzeugte KI-Inhalte kennt Google nicht. Ein Creative aus Midjourney, Firefly, Runway oder einem hauseigenen Modell sieht für die Plattform aus wie jedes andere Bild. Hier ist deine Deklaration erforderlich, und sie unterbleibt genau dann, wenn niemand im Team weiß, dass sie nötig ist.
Für Agenturen und In-house-Teams folgt daraus eine unangenehme Wahrheit: Die Kennzeichnung hängt an einem manuellen Schritt in einem Prozess, in dem täglich Dutzende Varianten entstehen. Genau solche Schritte werden übersprungen.
Warum die Einstellung die Rechtspflicht nicht ersetzt
Google formuliert es selbst deutlich: Die Nutzung der KI-Kennzeichnungseinstellung in Google-Produkten garantiert keine Einhaltung bestimmter Vorschriften, und Werbetreibende sollten rechtlichen Rat einholen und selbst sicherstellen, dass Anzeigen und Assets allen lokalen Vorgaben entsprechen.
Dafür gibt es drei gute Gründe:
- Reichweite. Die Einstellung wirkt in Googles Kanälen. Dasselbe Creative läuft aber auch auf deiner Website, in Newslettern, auf Marktplätzen und in sozialen Netzwerken. Dort greift sie nicht.
- Ebene. Der AI Act verlangt vom Verbreiter eine sichtbare Offenlegung und vom Anbieter eine maschinenlesbare Markierung. Ein Plattform-Label ist eine Anzeige-Eigenschaft, keine Eigenschaft der Datei.
- Nachweis. Wenn du später belegen musst, dass ein Creative gekennzeichnet war, hilft dir eine Einstellung im Werbekonto wenig. Eine Datei, die das Label sichtbar trägt und die Markierung eingebettet hat, ist der bessere Nachweis.
Was der AI Act genau von wem verlangt, steht in Provider oder Deployer: wer welche Pflicht hat.
Workflow für Performance-Teams
Der robusteste Ablauf legt die Kennzeichnung dorthin, wo das Creative entsteht, nicht dorthin, wo es ausgespielt wird:
- Creative erzeugen wie bisher, mit welchem Werkzeug auch immer.
- Vor dem Upload kennzeichnen. Sichtbares EU-Icon ins Bild oder Video rendern, maschinenlesbare Markierung einbetten. Das ist ein Schritt, für einzelne Dateien im Werkzeug, für ganze Varianten-Sets im Batch.
- Position einmal festlegen. Als Vorlage gespeichert, damit jede Variante das Label an derselben Stelle trägt und niemand pro Format neu entscheidet.
- In Google Ads zusätzlich deklarieren, wo die Einstellung es verlangt. Doppelt kennzeichnen schadet nicht, fehlend kennzeichnen schon.
- Ausspielung prüfen. Stichprobe aus dem Anzeigenvorschau-Werkzeug: Ist das Label im ausgelieferten Format noch sichtbar, auch im beschnittenen Seitenverhältnis?
Wer viele Varianten fährt, automatisiert Schritt 2 statt ihn zu wiederholen. Genau dafür gibt es die API und den MCP-Zugang, damit die Kennzeichnung im Creative-Prozess passiert und nicht in einer Checkliste am Ende.
Häufige Fragen
Muss ich jedes KI-bearbeitete Bild in Google Ads kennzeichnen?
Nicht jede Retusche macht aus einem Foto ein kennzeichnungspflichtiges Werbemittel. Entscheidend ist, ob der Eindruck der Realität berührt wird, ob also jemand glauben könnte, eine so nie stattgefundene Szene, Person oder Aussage sei echt. Kleinere Korrekturen an Licht und Farbe fallen normalerweise nicht darunter, ein komplett generiertes Modell oder eine erfundene Szene sehr wohl. Im Zweifel kennzeichnen, das kostet nichts und schützt.
Reicht das Google-Label für den EU AI Act?
Nein. Es wirkt in Googles Kanälen und ist eine Eigenschaft der Anzeige, nicht der Datei. Der AI Act verlangt sichtbare Offenlegung beim Verbreiten und maschinenlesbare Markierung beim Erzeugen. Beides bekommst du, indem du das Creative selbst kennzeichnest, bevor es irgendwo hochgeladen wird.
Was passiert, wenn ich die Deklaration vergesse?
Auf Plattformseite drohen Ablehnung oder Einschränkung der Anzeige. Auf Rechtsseite hängt es vom Inhalt ab: Bei Deepfake-nahen Werbemitteln ohne Offenlegung ist der Verstoß gegen Art. 50 Abs. 4 offensichtlich. Wie Sanktionen bemessen werden, steht in Strafen und Abmahnungen bei fehlender KI-Kennzeichnung.
Gilt das auch für Merchant Center und Produktbilder?
Die Einstellung wird auch im Merchant Center ausgerollt. Für Produktbilder aus KI-Generatoren gelten daneben die Regeln der Marktplätze. Was bei Amazon und eBay zu beachten ist, steht in KI-Produktbilder auf Amazon und eBay kennzeichnen.
Und jetzt?
Leg die Kennzeichnung an den Anfang deiner Creative-Pipeline, nicht ans Ende. Ein Bild, das das sichtbare EU-Icon trägt und die Markierung eingebettet hat, erfüllt die Pflicht in jedem Kanal, unabhängig davon, welche Plattform gerade welche Einstellung ausrollt. Der erste Durchlauf dauert zwei Minuten im Werkzeug, kostenlos und ohne Konto.
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